Festschrift anlässlich der 100-Jahr-Feier
Die Entwicklung der Österreichischen Betontechnik - 100 Jahre ÖBV Band 1
Vor 100 Jahren wurde der Österreichische Betonverein mit der Zielsetzung gegründet, die in ersten Ansätzen bereits vorhandenen grundlegenden theoretischen Erkenntnisse für die Praxis aufzubereiten.
Vorerst nur auf einige wenige Anwendungen des Hochbaus, vorzugsweise der Errichtung brandbeständiger Decken beschränkt konnte der Baustoff Beton für sich oder im Verbund mit zugfesten Einlagen bald auch Einsatzbereiche erschließen, an die man zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht einmal zu denken wagte.
Mit der Wende zum 21. Jahrhundert ist wieder eine deutliche Zäsur erkennbar, dadurch gekennzeichnet, dass einer besonders in der vergangenen Jahrhunderthälfte intensiv betriebenen Aufbereitung der theoretischen Grundlagen und deren Umsetzung in der Praxis nunmehr eine Phase der Konsolidierung zu folgen scheint. Dieser Entwicklung wurde auch durch die Umbenennung des Betonvereins in Österreichische Vereinigung für Beton- und Bautechnik Rechnung getragen. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass der Baustoff Beton in seinen mannigfaltigen Ausformungen als integrale Komponente einer Vielzahl innovativer Herstellungsverfahren für fast sämtliche Bereiche unseres künstlichen Umfeldes unverzichtbar ist.
Den Entwicklungen auf den Gebieten des Hochbaus wie des Brückenbaus in Österreich und den heute bevorzugten Bauweisen ist ein eigener Band gewidmet. Im vorliegenden Buch wird, nach einem Abriss der Vereinsgeschichte, von international anerkannten Fachleuten der Spezialgebiete Betontechnologie, Tunnel- und Spezialtiefbau sowie Straßenbau, nach einer kurz gefassten Entwicklungsgeschichte, der derzeitige Stand der Technik in einer Zusammenschau der für die jeweiligen Einsatzgebiete am besten geeigneten Ausführungsmethoden dargelegt.
Vom Betoneisen zum Spannbeton - 100 Jahre ÖBV Band 2
Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts brachten für den bis dahin nicht besonders geschätzten Beton als Konstruktionsbaustoff das Ende des Experimentierens und eines, den Fortschritt einschränkendnen Patentunwesens.
Erstmals in der Geschichte konnten den Anwendern für einen in seinem Tragverhalten doc sehr komplexen Verbundbaustoff einfach nachvollziehbare Bemessungsregeln nunmehr auch schon basierend auf Richtlinien der zuständigen Behörden, zur Verfügung gestellt werden.
Dadurch gestärkt war es möglich, durch eine gezielte Abstimmung der Vorteile eines druckfesten Betons mit jenen der zugfesten Eiseneinlagen, an die Substitution von Strukturen des auf einer langen Tradition basierenden Stein- und Mauerwerkbaus, aber auch des gerade erst zur Hochblüte gelangten Eisenbaus heranzugehen.
Zuerst beschränkt auf Konstruktionen, die sich für den Betonbau als besonders geeignet herausstellten, wurden im Laufe der Entwicklung - durch Einbeziehung hochwertiger Stähle und durch künstlich erzeugte Spannungszustände sowie Bereitstellung von Betonsorten einer großen Bandbreite unterschiedlichster Eigenschaften - Spannweiten überbrückt, die noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar waren. Heute gibt es im Bauwesen kaum ein Anwendungsgebiet, das auf den Baustoff Beton verzichten kann.